Die Arbeitgeber der Niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie fordern von einer neuen Landesregierung verstärkte Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Dr. Volker Schmidt, kommentiert den Ausgang der gestrigen Landtagswahl in Niedersachsen wie folgt:

„Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Stephan Weil. Er hat am 15. Oktober ein beeindruckendes Ergebnis eingefahren. In Niedersachsen ticken die Uhren anders als in Berlin – das zeigen die erfreulich niedrigen Ergebnisse für die Radikalen am linken und rechten Rand. Wahlbeteiligung und Wahlergebnis sind eine erfolgreiche Bestätigung für unsere demokratische Kultur.

Ob Große Koalition, Ampel oder Jamaika: für die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen sollten sich auch FDP und Grüne ihrer staatspolitischen Verantwortung nach diesem Wahlergebnis bewusst sein. Alle Parteien, die in den Landtag eingezogen sind, sollten – mit Ausnahme der AfD miteinander ins Gespräch kommen. In der Wirtschaft ist es üblich, auf der Basis von Fakten zu entscheiden. Das setzt Gespräche voraus. Letzten Endes geht es uns für Niedersachsen um eine wirtschaftsfreundliche Politik.

Die Hauptherausforderung für eine neue Landesregierung ist aus Sicht der Industrie, dem Fachkräftemangel noch entschiedener entgegenzutreten. Der in Niedersachsen bereits eingeschlagene Kurs sollte weiterverfolgt und noch verstärkt werden, damit Unternehmen nicht gezwungen werden, Kapazitäten ins Ausland zu verlagern oder gar Standorte zu schließen, da sie ihre freien Stellen nicht mehr mit Fachkräften besetzen können. Es droht eine Kettenreaktion für den Standort, denn von Verlagerungen sind nicht nur die Werke und die Beschäftigten selbst, sondern auch die angeschlossenen Dienstleister betroffen.

Dabei kommt es auf drei Punkte ganz besonders an: Erstens bedarf es grundlegender Anstrengungen beim Ausbau der Kommunikationsnetze. Es kann nicht sein, dass auf der Fahrt etwa von Hannover nach Göttingen mehrfach die Telefonverbindung zusammenbricht – von schneller Internetanbindung sprechen wir da noch gar nicht. Notfalls muss das Land hier mit einer eigenen Netzausbaugesellschaft tätig werden. Zweitens besteht auch beim weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur großer Bedarf. Projekte wie die Küstenautobahn 20 und die Autobahn 39 müssen weiter vorangebracht werden. Sie sind ausschlaggebend für eine prosperierende Entwicklung im ländlichen Raum. Hier ist den letzten Jahren zu wenig geschehen. Und drittens ist qualitativ hochwertige Bildung – ob in Schule, Berufsschule, Hochschule oder in der beruflichen Weiterbildung – ein harter Standortfaktor, der Niedersachsen für Fachkräfte attraktiv macht. Insbesondere zukunftsfähige Berufsschulen sind elementar für die Nachwuchsgewinnung in Handwerk und Mittelstand.“

Foto: Landtag Niedersachsen (Tom Figiel)

Ansprechpartner

Dr. Joachim Algermissen

Leiter Presse und Online, Pressesprecher

Diesen Artikel teilen

Zurück zum Seitenanfang

Mitgliederbereich-Login

Bitte melden Sie sich hier mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an.