Pressemitteilung
Tarifpolitik
Hannover |  26. September 2017

Programm zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Die Arbeitgeber der Niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie haben heute gemeinsam mit IG Metall und dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil ein gemeinsames Programm der Sozialpartner zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt vorgestellt. Gewerkschaft und Arbeitgeberverband erklärten, dass ein zentraler Weg zur Integration von Geflüchteten in die bundesdeutsche Gesellschaft über die Integration in Ausbildung und Arbeit führt. Auch die Metall- und Elektro-Industrie wolle mit zusätzlichen Aktivitäten einen Beitrag zu dieser gesellschaftlichen Aufgabe leisten.

Dazu stellten Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, und Thorsten Gröger, Bezirkschef der IG Metall in Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, einen mehrstufigen Plan vor, mit dem Flüchtlinge über Praktika und Einstiegsqualifizierungen in eine Ausbildung gebracht werden sollen. Teilnehmende Unternehmen erhalten dafür eine Förderung von bis zu 5.000 Euro. Schmidt und Gröger gehen im Moment davon aus, dass dafür ein Finanzierungsvolumen in Höhe von 200.000 Euro bereitgestellt wird. Das Programm soll Anfang 2018 beginnen und enthält eine Option zur späteren Erweiterung.

„Es passt nicht zusammen, dass wir auf der einen Seite zahlreiche Ausbildungsplätze in unserer Industrie nicht besetzen können, auf der anderen Seite wir aber Tausende von jugendlichen Geflüchteten in Niedersachsen haben, die mittlerweile die sprachlichen Voraussetzungen mitbringen und die wir für eine Ausbildung in unseren Betrieben dringend brauchen“, erklärte Schmidt bei der Vorstellung des Papiers. Zwar sei die duale Ausbildung in der Branche besonders anspruchsvoll, deswegen haben man aber viel Mühe darauf verwendet, ein in sich geschlossenes Mehrstufen-Programm zu entwickeln.

Schmidt unterstrich außerdem die Forderung, dass Flüchtlinge, die eine Genehmigung für eine Lehre hätten, die Zusicherung haben müssten, diese auch in Deutschland abschließen zu können: „Wer eine Lehrstelle findet, muss auch in den Genuss der 3+2-Regelung kommen - und zwar unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Diese Flüchtlinge müssen bis Ende der dreijährigen Ausbildung bleiben und zwei weitere Jahre im Betrieb weiterarbeiten dürfen. Das schafft Planungssicherheit für unsere Unternehmen und Motivation für die Flüchtlinge.“

Flüchtlingsprojekt NiedersachsenMetall und IG Metall

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