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28. Juni 2026

Mögliche VW-Werksschließungen: "Würde den Industriestandort ins Mark treffen"

Zu den VW-Plänen, möglicherweise die Werke Hannover und Emden zu schließen, sagt NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt:

„Die Schließung der VW-Werke in Hannover und Emden würde den gesamten Industriestandort Niedersachsen ins Mark treffen. Kein anderes Bundesland ist wirtschaftlich so abhängig von der Automobilindustrie wie wir. Bei dieser Entscheidung geht es daher nicht allein um zwei Werke und mehrere tausend Arbeitsplätze – es geht um das industrielle Rückgrat unseres Landes. Mehr als die Hälfte aller Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Niedersachsen stammt aus der Automobilindustrie. Nahezu jede zweite Investition in den Wirtschaftsstandort kommt aus dieser Branche. Fallen zwei derart bedeutende Standorte weg, verliert Niedersachsen dauerhaft an Innovationskraft, Wertschöpfung und industrieller Substanz. Es geht ans Eingemachte, das muss allen Beteiligten klar sein.“ 

Mit der Schließung der Werke geriete auch ein dichtes Netz von Zulieferern, Entwicklungsdienstleistern und mittelständischen Industrieunternehmen massiv unter Druck. Schmidt: „Viele Betriebe hängen unmittelbar an den Produktionsstandorten von Volkswagen. Fallen diese weg, gibt es in Niedersachsen einen Flächenbrand an Investitionsstopps, Stellenabbau und weiteren Standortschließungen.“

Diese Entwicklung sei aber nicht allein das Ergebnis unternehmerischer Entscheidungen. Sie ist auch die Folge einer Politik, die sich viel zu früh und viel zu einseitig auf die Elektromobilität als vermeintlich einziger Antriebstechnologie festgelegt habe. Die politische Fixierung auf das Verbrenner-Aus habe der Industrie massiv geschadet. „Jetzt wird uns die Rechnung präsentiert“, so Schmidt. Die Marktakzeptanz für Elektrofahrzeuge wachse bei weitem nicht in dem Tempo, das politisch unterstellt wurde. Gleichzeitig zwinge der enorme Kostendruck Hersteller und Zulieferer dazu, Produktion und Wertschöpfung verstärkt in kostengünstigere Regionen zu verlagern.

Schmidt: „Wer Klimaschutz und eine starke Industrie gleichermaßen will, muss endlich den Mut haben, Technologieoffenheit zum Maßstab zu machen! Wir brauchen einen fairen Wettbewerb der besten Lösungen statt politisch verordneter Technologien. Nur so können wir Klimaziele erreichen, ohne unseren Industriestandort Schritt für Schritt zu demontieren.“
 

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