Arbeitgeber legen 5-Punkte-Papier für mehr Flexibilität vor

Die Arbeitgeber der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie haben nach der heutigen ersten Verhandlungsrunde die Forderungen der IG Metall nach 6 Prozent mehr Entgelt und umfassenden Teilzeitansprüchen mit Entgeltausgleich als völlig unrealistisch zurückgewiesen und eigene Forderungen zur Arbeitszeitdebatte an die Gewerkschaft gestellt.

„Die Forderungen gehen völlig an der Realität vorbei, auf Seite unserer Unternehmen ist dafür kein Verständnis vorhanden“, so NiedersachsenMetall-Verhandlungsführer Torsten Muscharski und Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt nach der Tarifrunde. „Es muss am Ende ein für beide Seiten vernünftiges Ergebnis stehen. Wie wir aber angesichts der Verschränkung der überzogenen Entgeltforderung mit einer Arbeitszeitdebatte dahin kommen wollen, ist schleierhaft.“

„Die Gewerkschaft baut ihre 6-Prozent-Forderung aus Produktivität und Inflation zusammen und pumpt sie, da wo ihre Argumente nicht mehr ausreichen, mit Hilfe einer Umverteilungskomponente auf, die sie nicht begründen kann“, so Schmidt weiter. „Abgesehen davon, dass viele Unternehmen nicht auf die von der Gewerkschaft angenommene Produktivität kommen und die zu Grunde gelegte Zielinflation nie der tatsächlichen entspricht, steht nun eine völlig überzogene Lohnforderung im Raum.“

Auch beim Thema der Arbeitszeit ist das Verständnis für die IG Metall-Wünsche begrenzt. So untergrabe ein Anspruch auf 28-Stunden-Teilzeit für alle Beschäftigten die Personalplanung in den Betrieben und verschärfe den Fachkräftemangel extrem. „Der IG Metall-Teilentgeltausgleich für einen begrenzten Personenkreis von Teilzeitbeschäftigten schafft außerdem eine 2-Klassen-Gesellschaft unter den Beschäftigten“, so Muscharski. Denjenigen, denen nach Willen der IG Metall ein Entgeltausgleich auf Grund von familiären Umständen zukommen soll, stünden diejenigen gegenüber, die zu regulären Bedingungen einer Teilzeitbeschäftigung nachgingen.

„Wenn wir die Debatte über eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten führen, dann nicht nur nach unten, wie es die IG Metall sich wünscht, sondern bitte in beide Richtungen“, so Muscharski weiter. Man habe der Gewerkschaft deshalb ein 5-Punkte-Papier vorgelegt, in dem Forderungen für mehr Arbeitszeitflexibilität und gemeinsame Initiativen für Verbesserungen des Arbeitszeitgesetzes enthalten seien. „Man kann grundsätzlich über vieles diskutieren, dann aber bitte nicht einseitig. Dass uns an einer ernsthaften Diskussion gelegen ist, zeigen wir mit diesem Forderungspapier.“

Schmidt forderte die IG Metall abschließend auf, ihren Forderungskatalog noch einmal zu überdenken: „Wenn wir den Flächentarif für den industriellen Mittelstand in Niedersachsen attraktiv halten wollen, muss sich die IG Metall bewegen.“

Die heutige Verhandlung in Hannover ist der Auftakt der Tarifrunde 2018 für die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie dar. Dabei wird in den Tarifgebieten von NiedersachsenMetall für insgesamt 110.000 Beschäftigte verhandelt. Das Forderungspapier finden Sie unten stehend als Download.

Ansprechpartner

Christian Budde

Christian Budde

Geschäftsführer Kommunikation, Pressesprecher

Diesen Artikel teilen

Zurück zum Seitenanfang

Mitgliederbereich-Login

Bitte melden Sie sich hier mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an.