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Hannover |  29. November 2021

Strategiedialog Automobilwirtschaft: Partner ziehen Bilanz

Ziehen ein positives Fazit: NiedersachsenMetall Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt (v. r.), IG Metall-Vorsitzender Thorsten Gröger und Marcel Verweinen, Personalleiter Deutschland bei der Continental AG. Foto: Constantin Lühr

Als das Land gemeinsam mit den Sozialpartnern NiedersachsenMetall und IG Metall sowie Volkswagen und Continental im Mai 2019 den Strategiedialog Automobilwirtschaft ins Leben gerufen hatte, waren die Gedanken hinsichtlich des Strukturwandels in der Autoindustrie von drei Eckpfeilern geprägt: Autonomes Fahren, Digitalisierung und schrittweisende Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Zum vorläufigen Abschluss des Dialogs stehen Autobauer und Zulieferer nun vor deutlich größeren Herausforderungen.

Das von der EU-Kommission beschlossene Ende des Verbrennungsmotors bei Neuwagen 2030, die massiven Umsatzeinbrüche durch die Coronapandemie und exorbitante Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Frachtraten sind nur die derzeit drängendsten Schwierigkeiten und für zahlreiche Betriebe mittlerweile existenzbedrohend. „Zum Auftakt vor drei Jahren hätten wir nie gedacht, dass sich die Märkte in kurzer Zeit regelrecht auf den Kopf stellen würden“, bilanzierte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall. „Der Strategiedialog zum Wandel in der Automobilwirtschaft war daher noch nie so wichtig wie heute. Und auch wenn dies der vorläufige Abschluss des Projekts ist, so müssen der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik unbedingt weitergeführt werden.“

Jeder vierte Industriearbeitsplatz hängt am Auto

Auch Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann machten deutlich, dass die Politik die Autoindustrie weiter im Blick behalten will: „Niedersachsen soll auch in Zukunft ein Autoland sein“, sagte Weil. „Zwischen Ems und Elbe ist jeder vierte Industriearbeitsplatz direkt oder indirekt von der Automobilproduktion abhängig, das sind mindestens 340.000 Arbeitsplätze.“ Diese Stärke gelte es zu erhalten und auszubauen, ergänzte Althusmann. „Es wird intensiv daran gearbeitet, die Beschäftigten auf die in Zukunft nötigen Qualifikationen vorzubereiten.“

Dafür konnte der Strategiedialog bereits Weichen stellen. Die Innovatorenrunden aus Experten von Unternehmen aus der Autoindustrie, Verbänden und Hochschulen haben mehrere Ansätze entwickelt, mit denen vor allem die Zulieferer direkt unterstützt werden können. An den zwei wichtigsten Projekten hat NiedersachsenMetall maßgeblichen Anteil.

Zum einen ist der Verband Partner des Landes im Beteiligungsfonds „NTransformation“. Mithilfe des inzwischen 40 Millionen Euro starken Fonds können Automobilzulieferer mithilfe von Mezzanine-Kapital zusätzliche Investitionen von mindestens 250 Millionen Euro heben.

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Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Transformationsagentur. Bei dieser von NiedersachsenMetall und IG Metall angestoßenen Initiative geht es darum, Unternehmen und ihre Belegschaften durch Qualifizierungs-, Beratungs- und Förderangeboten aktiv bei der Transformation zu unterstützen. „Das ist unser Verständnis von gelebter Sozialpartnerschaft. Gemeinsam die Herausforderungen anzugehen und den Industriestandort zu stärken, damit möglichst viel Wertschöpfung und Beschäftigung in Niedersachsen gehalten werden kann“, sagte Schmidt. 

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