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18. März 2021

Niedersachsen-Umfrage: Mehrheit der Niedersachsen steht Elektroautos ablehnend gegenüber

Tomas Lada
Dr. Volker Schmidt, Geschäftsführer der Drei-Quellen-Mediengruppe, erläutert die Ergebnisse der Allensbach-Umfragen.

Die Ergebnisse von drei repräsentativen Allensbach-Umfragen im Zeitraum Oktober 2020 bis März 2021 im Auftrag der Drei Quellen Mediengruppe zeigen, dass das Interesse an umweltfreundlicher Mobilität unter den Niedersachsen zwar ausgeprägt ist, dieses aber nicht zwingend mit Elektroautos in Verbindung gebracht wird.

Mehr als die Hälfte der Niedersachsen lehnt Elektroautos ab

Für 55 Prozent der Niedersachsen kommt der Umfrage zufolge der Erwerb eines E-Auto nicht in Frage. 29 Prozent können sich zwar grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, zwei Drittel von ihnen aber erst in etwas fernerer Zukunft. Zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 ist die Gruppe derer, die mit einem Kauf lieber noch warten wollen, deutlich gestiegen. „Der Winter hat Spuren hinterlassen. Mit dem Wintereinbruch und den niedrigen Temperaturen im Februar ist auch die Begeisterung für Elektromobilität spürbar zurückgegangen“, fasst Dr. Volker Schmidt, Geschäftsführer der Drei Quellen Mediengruppe, das Ergebnis der Umfrage zusammen. Die Minus-Grade im Februar haben offenbar zu einer kritischen Debatte über die Leistungsfähigkeit von E-Autos geführt.

Neun Prozent der Niedersachsen könnten sich im Laufe der nächsten drei Jahre den Erwerb eines E-Autos vorstellen. Dabei fällt auf, dass die Akzeptanz der Elektromobilität bei Jüngeren deutlich ausgeprägter ist als in den kaufkräftigeren mittleren und älteren Jahrgängen. Hinzu kommt, dass gerade bei jüngeren Käufern nicht immer ein Neuwagen in Frage kommt. Schmidt: „Dies wirkt naheliegenderweise auf die Größe des Marktpotentials zurück.“

Zweifel an Umweltfreundlichkeit von E-Autos wachsen – auch bei den Anhängern der Grünen

 Es gibt mehrere Gründe für Vorbehalte gegen E-Autos, aber gleich zwei Kriterien stehen mit jeweils 61 Prozent an der Spitze: Die aus Sicht der Niedersachsen zu geringe Anzahl an Ladestationen und die effektiven Reichweiten der Fahrzeuge. Auch die Höhe der Anschaffungskosten wird nach wie vor als maßgeblicher Kritikpunkt gesehen. 55 Prozent der Niedersachsen äußern darüber hinaus inzwischen Zweifel, ob Elektroautos wirklich so umweltfreundlich sind wie vielfach behauptet. Dieser Vorbehalt tauchte bundesweit vor drei Jahren in den Umfragen noch nicht auf, er wird mittlerweile von deutlich mehr als der Hälfte der Bundesbürger genannt. Auch in Niedersachsen wird dieser Vorbehalt immer öfter geäußert. Zweifelten Ende 2020 49 Prozent der Niedersachsen an der Umweltfreundlichkeit elektrisch betriebener Fahrzeuge, sind es Anfang 2021 bereits 57 Prozent. Interessant dabei ist, dass sogar 57 Prozent der Anhänger der Grünen Zweifel an der Umweltfreundlichkeit von E-Autos äußern, nur noch die Anhänger der AfD sind hier kritischer.

Umwelt-Vorgaben statt E-Auto-Bonus

 Nur 22 Prozent der Niedersachsen unterstützen die Politik der Bundesregierung, E-Mobilität durch staatliche Kaufanreize gezielt zu fördern. 47 Prozent dagegen meinen, es solle lediglich Vorgaben für Umweltfreundlichkeit geben. Diese Auffassung vertreten mehrheitlich auch die Anhänger von Union und SPD. Aber auch die Mehrheit der Grünen-Anhänger sehen technologieoffene Vorgaben sinnvoller als die einseitige Fokussierung auf E-Mobilität.

Für die große Mehrheit der Niedersachsen ist das Auto unverzichtbar

Abseits der Debatte um Elektromobilität setzen die Niedersachsen weiterhin generell auf das Automobil. Rund die Hälfte nutzt das Auto täglich, drei Viertel mindestens mehrmals die Woche. Auf Platz zwei steht das Fahrrad. Im Vergleich dazu spielen Busse und Bahnen in Niedersachsen bei den über 18-Jährigen nur eine untergeordnete Rolle für die tägliche Mobilität.

Für 91 Prozent der Niedersachsen, die das Auto öfters nutzen, ist der Pkw unverzichtbar bzw. nur schwer verzichtbar. Über 80 Prozent der Fahrrad-Nutzer wollen das Fahrrad nicht missen, 60 Prozent der Nutzer Stadt- und Regionalbusse. Schmidt: „Zwei Drittel der Niedersachsen wohnen außerhalb der Ballungsräume, dies schlägt unmittelbar auf die Nutzung der einzelnen Verkehrsträger durch. Dabei stellen wir fest: Die Liebe zum eigenen Auto ist bei den Niedersachsen ungebrochen, der Personenwagen dominiert die Mobilität.“

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie

Isabel Christian

Leiterin Presse und Online, Pressesprecherin

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