Pressemitteilung
Diskurs
Hannover |  02. August 2017

Dieselgipfel in Berlin: NiedersachsenMetall fordert Versachlichung der Debatte

Die Ergebnisse des heutigen Berliner „Dieselgipfels“ kommentiert Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall und des Arbeitgeberverbands der Deutschen Kautschukindustrie, wie folgt:

„Das Ergebnis des Dieselgipfels führt uns endlich wieder zu einer Debatte, die auf Fakten und nicht auf Hysterie beruht. Es ist ein gutes Ergebnis, weil die Kombination aus Optimierung der Dieselfahrzeuge im Bestand und einem Anreizsystem für einen Umstieg auf neuere Modelle der richtige Weg ist. Denn so kann die eingeforderte Schadstoffreduktion erreicht werden.

Außerdem müssen wir aufhören, eine ganze Industrie zu stigmatisieren und deren Kunden zu verunsichern. Gestern noch klimafreundliche Alternative wird der Diesel heute zur ‚Umweltbedrohung Nr. 1‘ degradiert. Fakt aber ist: der auf den Verkehr entfallende Stickoxidausstoßes ist seit 1990 von 1,5 Mio. t auf unter 0,5 Mio. t zurückgegangen – und das trotz Verdoppelung des Verkehrsaufkommens im selben Zeitraum. Gerade auch mit Blick auf den Mittelstand, aber auch auf all diejenigen, die sich privat einen Diesel angeschafft haben, wäre es verantwortungslos, jetzt einen Großteil des Fahrzeugbestands durch  mögliche Fahrverbote oder überzogene Maßnahmen zu entwerten. Wir sollten die Kirche im Dorfe lassen und wieder von den Fakten her argumentieren.

Allein in Niedersachsen leben über eine halbe Millionen Mitarbeiter und ihre Familien direkt von der Automobilindustrie. Das sind gute Arbeitsplätze. Die in den letzten Wochen geradezu hysterisch geführte Debatte bedroht aber genau diese. Es muss auch um die Frage gehen, welchen Beitrag der Straßenverkehr überhaupt zur Reduzierung von Feinstaub und Stickoxiden in der Luft leisten kann. Und ob Maßnahmen und mögliche Wirkungen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Hier wäre eine Debatte wünschenswert, der wissenschaftliche Fakten zu Grunde liegen. Derzeit geht es wieder einmal viel zu sehr um gefühlte Wahrheiten.“

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