Gespräche am virtuellen Tisch

Der MINT-Salon ist ein weiteres Angebot der Stiftung NiedersachsenMetall für nachhaltigen Austausch unter Niedersachsens MINT-Lehrkräften (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

„Wir haben fünf neue Roboter angeschafft“, berichtet ein Lehrer einer IGS in Niedersachsen. „Die nutzen wir auch, die sind super!“, antwortet ein anderer begeistert und schon beginnt ein angeregter Austausch über das Für und Wider des Modells. Einblicke in den Lehreralltag über Regionen und Schulformen hinweg – möglich macht das der MINT-Salon der Stiftung NiedersachsenMetall für Niedersachsens Lehrkräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Im MINT-Salon kommen alle sechs Wochen virtuell bis zu fünf Lehrkräfte zusammen, um sich mit Imme-Kathrin Lösch und Karsten Heller, beide Projektkoordinatoren der Stiftung NiedersachsenMetall, auszutauschen. Im September waren Lehrerinnen und Lehrer aus IGS, KGS und Realschule dabei. Die gemeinsamen Themen: MINT-Begeisterung, Vorbilder und Berufsorientierung.

Wie lassen sich junge Menschen für Technik begeistern? Alle Gäste sind sich einig: Wir machen es anders als unsere alten MINT-Lehrer, die oft noch von Stereotypen geleitet wurden. Wie können Mädchen im Unterricht für MINT begeistert werden? Hilft es, Jungen und Mädchen im Unterricht zu trennen? „Eine interessantes Konzept. Mädchen experimentieren anders, sie haben eine eigene Herangehensweise und lesen erst das Arbeitsblatt, während Jungs direkt mit dem Aufbau starten“, teilt eine Lehrerin ihre Beobachtungen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Metall- und Elektro-Industrie

Weiterer Punkt im MINT-Salon: Lehrkräfte spielen in der individuellen Berufsberatung eine tragende Rolle. Gerade junge Frauen entscheiden sich trotz technischem Interesse nicht für einen MINT-Beruf – zu abschreckend das lange Studium und die Life-Work-Balance im Job. „Doch der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt. Es gibt viele Ausbildungen und Arbeitszeitmodelle in der Metall- und Elektro-Industrie, in denen sich später Beruf und Familie vereinbaren lassen“, so Imme-Kathrin Lösch. Um dies in die Schulen zu tragen, verweist sie die Lehrkräfte auf den M+E-InfoTruck, der direkt in Schulen über Berufe und Branche informiert. Weitere Hilfestellung bietet auch die Internetseite www.me-vermitteln.de.

Für die Talentförderung der Schülerinnen und Schüler wünschen sich die Lehrkräfte im MINT-Salon mehr Rückenwind seitens der Schulleitung, erzählt ein Lehrer: „Ich würde gerne mehr Projekte ausprobieren und anbieten. Aber das wird oft abgelehnt, angeblich aus raumtechnischen Gründen oder fehlenden Lehrerstunden.“ Gewinnbringend findet er daher Abende wie diesen, um zu erfahren, wie andere Schulen ihre Ideen im Schulalltag umsetzen.

Aus diesem Grund ist ein anderer Lehrer auch schon zum zweiten Mal beim MINT-Salon dabei: „Unser Engagement lebt von Austausch. Es ist unglaublich wertvoll, mit anderen zu sprechen, die einen eigenen Blick auf die Sache haben. Unsere Schule ist zum Beispiel so klein, wir machen praktisch Berufsberatung auf dem Flur. Da ist es spannend, über die Konzepte größerer Schulen zu reden.“

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