Der Mensch rückt in den Fokus: Arbeitswelt von morgen aktiv mitgestalten

Digitalisierung braucht Verständnis auf beiden Seiten: Arbeitgeberforum diskutiert, wie Geschäftsführer und Mitarbeiter erfolgreich in die Zukunft aufbrechen.

Netzwerken in gastlicher Atmosphäre und Wissen von Spezialisten aus erster Hand erfahren  – dafür steht das Arbeitgeberforum der Arbeitgeberverbände seit 2013. Seitdem steigen die Anmeldungen kontinuierlich. In diesem Jahr waren rund 350 Teilnehmer aus ganz Niedersachsen und darüber hinaus der Einladung nach Hannover ins Schloss Herrenhausen gefolgt. Großes Leitthema war die digitale Welt und ihre Bedeutung für unser Leben und Arbeiten: „Die Zukunft ist digital – Wir gestalten den Wandel“ lautete der Titel. In zehn Fachforen gaben die Referenten Antworten auf aktuelle Fragen des Berufsalltags, von A wie Arbeitsrecht über K wie Kommunikation bis hin zu S wie Sozialpartnerschaft. Für viele eine Überraschung: Der Mensch rückte bei allen wichtigen Fragen ins Zentrum der Aufmerksamkeit, gerade bei der Bewältigung des digitalen Wandels.

Arbeitgeberforum 2018: Die Zukunft ist digital - Wir gestalten den Wandel

Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände, Dr. Volker Schmidt, betonte in seiner Begrüßung: „Wir wollen am Puls der Zeit sein.“ Besonders angesichts des Fachkräftemangels und unserer alternden Gesellschaft sei es wichtig, die Menschen bei der Digitalisierung mitzunehmen. „Das ist das A und O in den Betrieben“, bekräftigte Schmidt. Sein Appell ans Publikum: „Lassen Sie uns diesen Fortschritt gemeinsam gestalten.“ Auch Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok richtete Grußworte an die Teilnehmer und ermutigte zum „experimentellen Herangehen“ an die Herausforderungen des digitalen Wandels, der die gesamte Gesellschaft ergreife. 

Zahlreiche Beispiele für gelungene Experimente digitaler Strategien zeigte Impulsredner und Bestseller-Autor Sebastian Purps-Pardigol. So erfuhren die Gäste des Arbeitgeberforums unter anderem, dass hinter dem aus der TV-Werbung bekannten Cewe-Fotobuch eine Mitarbeiter-Idee steckt, die dem Unternehmen Millionenumsätze bescherte. Purps-Pardigol, der zertifizierter Coach ist und sich selbst als Patchwork-Karrierist bezeichnet, sieht erfolgreiche Digitalisierung als regelrechten Kulturwandel an und hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Veränderung in Unternehmen und Organisationen zu untersuchen. Unter dem Titel „Digitalisieren mit Hirn – Wie Sie Mitarbeiter für den Wandel gewinnen“ präsentierte er die wichtigsten Erkenntnisse aus seinen Studien. Seine These: Je stärker das Maß der Digitalisierung in einer Organisation steigt, desto mehr Aufmerksamkeit braucht das Thema Menschlichkeit.

Dieser Gedanke kam an. „Mich hat es überrascht, wie stark der Mensch im Mittelpunkt steht“, fasste Dr. Karsten Quindt als Teilnehmer des Arbeitgeberforums seinen Eindruck des Tages zusammen. „Vieles von dem, was im Impulsvortrag und in den Fachforen zum Ausdruck kam, wissen wir intuitiv zwar schon, aber wir dürfen es auch nicht aus dem Blick verlieren“, sagte der Gesellschafter und Konstruktionsleiter des Maschinenspezialisten Segler aus Berge. Personalreferent Tim Stegemann war beeindruckt von der Themenvielfalt der Veranstaltung. „Es waren so viele interessante Sachen dabei, dass es mir schwer fiel, mich für nur zwei Fachforen anzumelden“, sagt Stegemann, der für die Erwin Müller GmbH arbeitet und aus dem Emsland angereist war. Katrin Feuerabendt vom Touristikkonzern Tui gefielen besonders die Erfahrungen aus der Praxis, die im Fachforum „Neue Arbeitswelt“ zur Sprache kamen. „Ich konnte dem Referenten Fragen stellen, vor denen ich aktuell stehe, das war super“, sagte sie. Viele Gäste waren sich einig: Die Atmosphäre war einladend, der Umgang miteinander informell, so dass informative Gespräche in den Pausen fortgesetzt und neue Kontakte geknüpften werden konnten.

Impulsvortrag von Sebastian Purps-Pardigol

„Digitalisieren mit Hirn“ lautete der Impulsvortrag von Bestseller-Autor Sebastian Purps-Pardigol. Seine These: Wer die neue Arbeitswelt aktiv mitgestaltet, entwickelt Ideen, Gedanken und Fähigkeiten - und das hilft auch Unternehmen in der Digitalisierung.

Und: Führungskräfte sollten in der digitalen Transformation nicht den Stolz der Mitarbeiter übergehen, auf das, was sie bisher geleistet haben. Lieber versuchen, sie zu verstehen: Das kann den inneren Zustand in einem Wimpernschlag verändern.

Stichwort Demut: Die Demütigen sind laut Purps-Pardigol die wirklich erfolgreichen Führungskräfte. „Inkompetenz kommt gern gepaart mit einem hohen Maß an Selbstüberschätzung. Die wirklich Guten tragen meist ein hohes Maß an Demut in sich“, so Purps-Pardigol.

Doch woran erkennt man die Demütigen?

  • Sie erkennen eigene Fehler
  • Sie kennen die Stärken der Mitarbeiter
  • Sie nehmen verschiedene Perspektiven ein

Sein Schluss-Plädoyer: „Je mehr das Maß an Digitalisierung steigt, desto mehr muss auch das Maß an Menschlichkeit steigen.“

 

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