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Hannover |  23. August 2022

Transformationsagentur unterstützt Automotive-Betriebe

Stellen die neuen Transformationsagentur vor (von links) Thorsten Gröger, Olaf Lies, Bernd Althusmann und Volker Schmidt - Foto: Link

Die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die Energiekrise und die Nachwirkungen der Corona-Pandemie in Form von Materialknappheiten und Lieferengpässen stellen die niedersächsische Wirtschaft derzeit vor nie da gewesene Probleme. Doch sie sind nicht die einzigen Herausforderungen: Die Betriebe, allen voran die der mittelständischen Automobil- und Zuliefererindustrie als wichtigste Branche Niedersachsens, befinden sich inmitten eines tiefgreifenden, strukturellen Wandels. Ausgelöst wird dieser vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung, veränderte Ansprüche der Bevölkerung an die Mobilität und der aus den Klimazielen resultierende Anspruch, klimafreundliche Antriebstechnologien zu entwickeln.

 Um die Unternehmen des Automotive-Sektors in diesem Transformationsprozess zu beraten und bei der Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen und der Qualifizierung von Mitarbeitern zu begleiten, haben NiedersachsenMetall, IG Metall und die Demografieagentur mit Unterstützung des Landes Niedersachsen im November 2021 die Transformationsagentur Niedersachsen GmbH gegründet. Geschäftsführerin ist Irene Stroot.

Land stellt 800.000 Euro Unterstützung bereit

 Den Grundstein für die Transformationsagentur bildeten der zurückliegende Tarifvertrag in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie und der Strategiedialog Automobilwirtschaft, der vom Land Niedersachsen initiiert wurde. Daher werden der  Transformationsagentur auch vom Land Niedersachsen insgesamt 800.000 Euro in den Jahren 2022 und 2023 zur Verfügung gestellt. Zudem gehören mit Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Umwelt- und Energieminister Olaf Lies zukünftig zwei Mitglieder der Landesregierung dem Aufsichtsrat an. Dieser tritt am kommenden Freitag, 26. August 2022, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

 „Die Landesregierung unterstützt die Automobilwirtschaft in Niedersachsen in vielfältiger Weise“, sagt Dr. Bernd Althusmann, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. „340.000 Erwerbstätige erzielen in dieser Branche eine hohe Wertschöpfung in unserem Bundesland. Der vom Land Niedersachsen angestoßene Strategiedialog Automobilwirtschaft wurde gemeinsam mit den Sozialpartnern Ende 2021 erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit NiedersachsenMetall wurde der Beteiligungsfonds „NTransformation Kfz-Zulieferer“ erfolgreich am Markt platziert. Startups im Mobilitätsbereich werden durch Hightech-Inkubatoren vom Land gefördert. Die Transformationsbegleitung durch die Automotive Agentur Niedersachsen wird ebenfalls vom Land Niedersachsen finanzierte und zielt auf die Initiierung regionaler Projekte, landweite Netzwerke und Technologiethemen. Die heute im Fokus stehene Transformationsagentur mit ihren Qualifizierungsthemen auf einzelbetrieblicher Ebene stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. Ich freue mich auf die erste konstituierende Aufsichtsratssitzung der Transformationsagentur GmbH.“

 "Klimaschutz und Erfolg im Automobil-Sektor schließen sich nicht aus"

„Arbeit, Klima und Wirtschaft müssen wir gemeinsam denken. Veränderungen in der Mobilität müssen damit auch eine Chance für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen sein“, sagt Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. „Die Entwicklung klimafreundlicher Antriebstechnologien muss für die mittelständische Automobil- und Zuliefererindustrie genau diese große Chance im Energieland Nr. 1 sein, um  zu zeigen, dass sich Klimaschutz und Erfolg im Automotive-Sektor nicht ausschließen.Den wichtigen Transformationsprozess muss Politik begleiten und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen und den Kolleginnen und Kollegen für den Erfolg zur Seite stehen. Die Transformationsagentur ist dabei als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Forschung und Land ein wichtiger Partner und ein großartiger Schritt. Erfolgreiche Transformations-Konzepte, die wir zum Beispiel bereits in der Klimawirtschaft entlang der kompletten Wertschöpfungsketten entwickelt haben und umsetzen, gilt es mit aller Kraft am Beispiel der E-Mobilität in die Automobil- und Zulieferindustrie zu tragen. Das wollen und werden wir unterstützen.“

"Müssen Betriebe sozialpartnerschaftlich flankierend unterstützen"

 „Der niedersächsische Mittelstand steht im Zuge einer nie da gewesenen Krisenüberlagerung, die sich aus den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und der Corona-Pandemie ergibt, mit dem Rücken zur Wand“, sagt Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall. „Wie sollen die Unternehmen der Autozulieferindustrie angesichts wegbrechender Umsätze und massiv steigender Kosten für Energie noch in Zukunftstechnologien investieren und den Transformationsprozess erfolgreich bewältigen?“ Die jetzige Krise sei ohne historisches Beispiel. „Hier wollen und müssen wir sozialpartnerschaftlich flankierend unterstützen, um den Transformationsprozess der Automobilindustrie gemeinsam anzugehen. Denn gemeinsam die Herausforderungen anzugehen und den Industriestandort zu stärken, damit möglichst viel Wertschöpfung in Niedersachsen gehalten werden kann – das ist unser Verständnis von gelebter Sozialpartnerschaft. Kurzum: Das ist der niedersächsische Weg, das ist das bundesweite Alleinstellungsmerkmal unserer Transformationsagentur.“

 „Belastbare Zukunftskonzepte in der Transformation bilden die Grundlage um für die Beschäftigten Halt und Sicherheit im Wandel zu gewährleisten“, sagt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Mit der Transformationsagentur wollen wir gemeinsame Zukunftsprozesse von Arbeitnehmervertretungen und Unternehmensleitungen in den Betrieben unterstützen und so zum Erhalt von zukunftsfähigen, guten Arbeitsplätzen beitragen.“

 Transformationsagentur begleitet individuell

Die Kernaufgabe der Transformationsagentur ist die individuelle Beratung auf einzelbetrieblicher Ebene und Begleitung von Unternehmen in ihrem individuellen Veränderungsprozess. Dazu gehören:

  • Die individuelle Analyse der Unternehmenssituation und Erstberatung mit dem Ziel, erste Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um den Transformationsprozess zu erleichtern
  • Die Empfehlung von Experten aus bestehenden Netzwerken, die basierend auf der ersten Analyse gemeinsam mit den Unternehmen an Lösungen für die Bewältigung des Transformationsprozesses arbeiten und auch bestehende Fördermöglichkeiten aufzeigen
  • Das Entwickeln und Begleiten von Netzwerken, die sich mit der Transformation der Automobilwirtschaft befassen. So sollen Netzwerke und Akteure zusammengebracht und Angebote für Unternehmen sichtbar gemacht werden.
  • Das Sichtbarmachen des Themas Transformation in der Automobilindustrie für die Öffentlichkeit, etwa durch Veranstaltungen und Medienarbeit

 „Unternehmen und Beschäftigte benötigen in dieser herausfordernden Zeit konkrete und vor allem passgenaue Unterstützung. Genau dabei helfen wir“, sagt Irene Stroot, Geschäftsführerin der Transformationsagentur. „Grundlage für die maßgeschneiderte Beratung ist unsere Erstanalyse mit Geschäftsführung und Vertretung der Beschäftigten. Gemeinsam gestalten wir den Weg in die Zukunft. Der Auftrag an die Transformationsagentur ist herausfordernd – vertrauensvoll, engagiert und professionell stellen wir uns dieser Aufgabe.“

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