Niedersachsen spielend digitalisieren

Das APITs Lab Kick Off zeigte im Künstlerhaus Hannover angewandte, interaktive Technologien für die Wirtschaft.

Von außen betrachtet sieht es aus, als stehe die Facharbeiterin gedankenverloren in einer Produktionshalle. Doch für andere unsichtbar, analysiert sie die Bewegungsabläufe eines Roboterarms, die ein Koordinatensystem vor ihren Augen abbildet. Auch den Roboter sieht nur sie selbst: Sie trägt eine Mixed-Reality-Brille, die dreidimensionale Projektionen in ihrer Umgebung darstellt. Doch was bedeutet es, wenn virtuelle Realität, die wir aus der Spielebranche kennen, Teil unserer Arbeit wird?

„Wir haben in Niedersachsen spannende, kompetente Akteure in der virtuellen Realität“, eröffnete Ralf Borchers, Abteilungsleiter ‚Mittelstand‘ im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, die Auftaktveranstaltung des APITs Lab. APIT steht für ‚applied interactive technologies‘ und zeigt angewandte, interaktive Technologien für die Wirtschaft. Das Lab bietet Informationen, schafft Vernetzung und gestaltet die kreative Zusammenarbeit der unterschiedlichen Branchenakteure mit gemeinsamen Entwicklungsworkshops. Das erste Zusammentreffen im Künstlerhaus Hannover organisierten nordmedia und NiedersachsenMetall.

Foto: nordmedia/Timo Jaworr

Moderator Tim Mittelstaedt, Virtual Reality (VR)-Experte und Senior Consultant im APITs Lab, erläuterte in einer Keynote die Wirtschaft in der neuen Realität: „Gerade junge Leute sind Spielmechanismen gewohnt“, so Mittelstaedt. Auszubildende in der Logistik können zum Beispiel mit einer VR-Brille typische Situationen durchspielen. Das spart neben Sprit auch weitere Kosten und Zeit. „Spielelemente motivieren und machen Spaß. Über Gamification-Ansätze können wir die Digitalisierung im Land vorantreiben“, ist Mittelstaedt überzeugt.

Die anschließende Podiumsdiskussion zeigte, dass Virtual Reality bereits einsatzbereit sei. Die Nachfrage von Unternehmen nach VR steige, wie mobfish-Geschäftsführer Raphael Haus sowie Ralph Stock, Sprecher für APITs des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), berichteten.

NiedersachsenMetall-Mitglied Lenze SE setzt schon auf die Möglichkeiten der Virtual Reality: „Das spart Entwicklungskosten und Zeit“, sagte Dr.-Ing. Jens Kotlarski, der als Kooperationspartner die Firma für Automatisierungslösungen vertrat. „Dabei haben wir einfach mal losgelegt. Man darf aber nicht vergessen, auch über Anwendungsfälle und Zahlen zu sprechen.“

Foto: nordmedia/Timo Jaworr

Norman Ranke, Referatsleiter ‚Kommunikationsdienstleistungen‘ im Wirtschaftsministerium, lobte in der Diskussion die vermittelnde Funktion des APITsLab: „Unternehmenskulturen werden aufgeschlossener gegenüber Technologien.“ Prof. Dr. Jonas Schild, Professor für Mediendesigninformatik an der Hochschule Hannover, stimmte zu: „Was wir spielen, bleibt hängen: Dynamische Erlebnisse schaffen emotionale Erfahrungen.“

Im APITsLab kommen Softwareentwickler und Vertreter des Mittelstands zusammen, um über digitale Möglichkeiten in der Wirtschaft zu sprechen, so  Thomas Schäffer, Geschäftsführer der nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen. Das APITs Lab ist bei nordmedia angesiedelt und handelt im Auftrag des Wirtschaftsministeriums und in Kooperation mit dem Innovationszentrum Niedersachsen GmbH.

Mehr Informationen zum Abend unter www.nordmedia.de.

Fotos: nordmedia/Timo Jaworr

Ansprechpartner

Dr. Joachim Algermissen

Leiter Presse und Online, Pressesprecher

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