NiedersachsenMetall zum Autogipfel

„Eine Kaufprämie für emissionsarme Verbrenner ist im nationalen Interesse.“

Am heutigen Dienstag kommt Bundeskanzlerin Merkel im Rahmen der Initiative „Konzertierte Aktion Mobilität“ u.a. mit mehreren Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz zusammen, um über die Zukunft der deutschen Automobilindustrie zu diskutieren.

Der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Dr. Volker Schmidt, kommentiert: „Die jüngsten desaströsen Produktions- und Zulassungszahlen der deutschen Automobilindustrie zeigen, dass wir mit der Elektroprämie entschieden zu kurz gesprungen sind. Die Automobilproduktion am Standort Deutschland wird in diesem Jahr voraussichtlich fast 50 % unter dem Niveau des Jahres 2017 liegen. Ein derartiger Produktionseinbruch ist beispiellos in der deutschen Wirtschaftsgeschichte und wird zu massiven Beschäftigungseinbrüchen führen, insbesondere bei den Automobilzulieferern.

Die bisherige Kaufzurückhaltung ist in erster Linie auf den politisch-ideologisch initiierten Feldzug gegen die Verbrennertechnologie zurückzuführen, als Brandbeschleuniger kommen jetzt die Auswirkungen der Coronakrise hinzu. Die deutsche Automobilindustrie ist die Leitindustrie der deutschen Wirtschaft. Keine andere Branche ist so intensiv mit dem verarbeitenden Gewerbe und den Dienstleistungen anderer Wirtschaftsbereiche verbunden. In Deutschland hängen über 800.000 Arbeitsplätze direkt von der Automobilindustrie ab. Hinzu kommen 1,2 Millionen Arbeitsplätze, die indirekt mit der Automobilbranche verflochten sind.

Wir unterstützen nachdrücklich Ministerpräsident Weil, der die existenzbedrohende Situation erkannt hat. Wir brauchen jetzt eine Kaufpreisprämie für hochmoderne und emissionsarme Verbrennungsmotoren, die keinen Vergleich mit Elektroautos scheuen müssen. Diese Prämie muss in ein weiteres Maßnahmenbündel aus einer Senkung der Körperschaftssteuer, der Ausweitung des steuerlichen Verlustrücktrags und der vollständigen Abschaffung der EEG-Umlage eingebettet sein.

Es ist 5 vor 12: Wenn die Politik jetzt den Ernst der Lage nicht versteht, dann laufen wir Gefahr, dass die deutsche Automobilindustrie auf unwiederbringliche Weise beschädigt wird.“

Ansprechpartner

Dr. Joachim Algermissen

Leiter Presse und Online, Pressesprecher

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