„Denkt groß“

NiedersachsenMetall und HI-REG richten Feierstunde für JUNIOR-Schülerfirmen im Haus der Industrie - Bischofsmühle aus.

„Ihr habt’s geschafft!“ Wenn Matthias Ullrich das sagt, hat das Gewicht. Immerhin ist er Geschäftsführer der HI-REG, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region. Ullrich geht bei diesem Anlass sogar noch weiter: „Ich bin beeindruckt und stolz.“ Stolz ist er auf die rund 110 Schülerinnen und Schüler der Michelsen-Schule, welche sich an diesem Tag vom Abi-Streich losgerissen und im Haus der Industrie eingefunden haben. Geschafft haben die jungen Menschen, dass Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer Platz in seinem vollen Terminkalender für sie macht. Geschafft, dass NiedersachsenMetall einen Ort herrichtet, an dem gestandene Unternehmer ein- und ausgehen. Geschafft, dass ihre Schule und die Region Hildesheim ausgezeichnet sind. „Mehr kann man in Eurem Alter nicht erreichen.“

Der 10. Jahrgang der Michelsen-Schule, der sich an diesem Tag im Haus der Industrie eingefunden hat, beendet mit diesem Schuljahr das Projekt „JUNIOR – Wirtschaft erleben“. Die Mädchen und Jungen haben sieben Schülerfirmen gegründet. Keine andere Region in Niedersachsen beteiligt sich in diesem Maß an dem Wettbewerb. Aber Hildesheim überzeugt nicht nur mit Masse, sondern auch mit Klasse. Die Schülerfirma „MiBlimo“ ist der diesjährige Landessieger. Die Idee, regional hergestellte Biersorten, Limonaden und Grillsoßen zu vertreiben, setzte sich landesweit gegen 60 Beiträge durch.

Darüber hinaus verlieh NiedersachsenMetall der Geschäftsidee von „lemallem“ den Innovationspreis. Die Jungunternehmer und Jungunternehmerinnen von „lemallem“ machen alte Fahrradreifen zu Etuis. Upcycling heißt dieses Prozedere. Das bedeutet so viel wie aufwerten. Alle teilnehmenden Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Schulen werten auch Hildesheim auf, findet Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. „Ihr habt uns herausragend vertreten.“ Einen „besonderen Stellenwert“ haben der Wettbewerb und das Hildesheimer Engagement auch für Werner Fricke von NiedersachsenMetall. Dass er der Michelsen-Schule „sein“ Haus der Industrie zur Verfügung stellen kann, freut ihn auch aus persönlichen Gründen: Er hat schließlich auch die Michelsen, „eine der besten Schulen Hildesheims“, besucht.

Die Ehrung der Michelsen-Schüler und Schülerinnen ist zugleich ein Abschiedsgeschenk an den scheidenden Schulleiter Dr. Rudolf Schäffer. Die Michelsen-Schule stellt traditionell die meisten JUNIOR Schülerfirmen. Schäffer bleibt dennoch bescheiden: „Wirtschaft ist bei uns ein Wahlpflicht-Bereich im 10. Jahrgang. JUNIOR ist deswegen Unterrichtsgegenstand, um aus dem Fächerdenken heraus zu kommen. Darum haben wir einen Vorteil gegenüber anderen Schulen.“ Dieses Jahr engagierte sich auch das Andreanum mit einer Schülerfirma in dem Projekt.

Dass die Michelsen-Schule und andere Schulen aus der Region sich bei JUNIOR engagieren können, ist auch den Partnern vor Ort zu verdanken, betont Lehrer Christoph Scholz. Schulen, HI-REG, NiedersachsenMetall, Lehrer schaffen den Rahmen, damit die jungen Leute sich ausprobieren, arbeiten, scheitern, das Ruder herumreißen und triumphieren können. „Ich fordere die Schüler und Schülerinnen immer auf, groß zu denken“, erklärt Scholz. Die Disziplin, der Tatendrang und die Ideen kommen meist von ganz allein. In den Schülerfirmen findet sich dabei ein Querschnitt der Schülerschaft: Zahlenjongleure, Handwerker, Querdenker.

Um den Jungunternehmern und Jungunternehmerinnen zu zeigen, dass sie es tatsächlich geschafft haben und stolz auf sich sein können, hat die HI-REG in diesem Jahr jedem und jeder eine Urkunde ausgestellt und die Feierstunde im Haus der Industrie organisiert. „Wir wissen, die Schule verlangt Euch ohnehin viel ab“, betont HI-REG-Chef Ullrich bei der Vergabe. „Deswegen macht es uns nicht nur Spaß, zu sehen, wie Ihr Euch engagiert, sondern gibt uns auch viel zurück.“

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