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Hildesheim |  17. Juli 2020

Dieser Mann bringt beim Luftfahrt-Zulieferer Howmet Verbesserungen voran

AKTIV online

Durch Digitalisierung 70 Prozent der Wege einsparen und 50 Prozent schneller produzieren.

So verbessert Luftfahrt-Zulieferer Howmet Prozesse. Antreiber ist Business-System-Manager Uwe Welge, ein Mann mit Bundeswehrerfahrung.

In der Zelle ist viel los an diesem Morgen – einige Zeit vor Corona. Insgesamt zehn Spezialisten haben sich in der Fertigungseinheit mit dem außergewöhnlichen Namen in der Werkhalle von Howmet eingefunden. Das Ziel: Produktionsabläufe digitalisieren und optimieren.

Federführend initiiert hat dieses Projekt Uwe Welge. Der 53-jährige Hildesheimer ist 1996 in seine Heimat zurückgekehrt – und hat bei der weltweit aktiven Firma, die südlich von Hannover hochfeste Verbindungselemente für die Luft- und Raumfahrt aus Titan herstellt und hier rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, eine neue berufliche Heimat gefunden. Vorher war der Industriemeister Metall einige Jahre bei der Bundeswehr, im Rang eines Feldwebels.

American Football zeigt, wie wichtig das Team ist

„Gelernt habe ich dort vor allen Dingen Menschenführung. Und die Arbeit mit Menschen in Extremsituationen hat mich geprägt“, sagt er. Zum Job bei der Bundeswehr kam seine Leidenschaft für American Football.

„Da geht es, egal wie gut man selbst ist, nur im Team. Das fasziniert mich und hat mir im Berufsleben viel gebracht“, unterstreicht Welge, der beim Unternehmen 18 Jahre Fertigungsleiter war und 2018 auf den Posten des Business-System-Managers wechselte: „95 Prozent meines Tages bestehen aus Kommunikation. Ich bin letztendlich dafür zuständig, im Unternehmen das Verbesserungswesen zu optimieren, fungiere als Problemlöser, Begleiter und Coach, schule Mitarbeiter in Workshops. Ein wichtiges Ziel ist dabei die Digitalisierung.“

Beim Stichwort Digitalisierung sind wir auch wieder in der Zelle, die vom Rest der Fertigungshalle getrennt ist. Dort haben Welge und das eigens für dieses Projekt zusammengestellte Team, in dem sich Fertigungsleiter, Ingenieure, Techniker, Mitarbeiter und Planer befinden, eine digitale Idee in die Tat umgesetzt.

„Wir haben eine Fertigungseinheit mit fünf Maschinen genau analysiert, Prozessabläufe optimiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir eine vollautomatische Zelle mit einem Roboter aufbauen möchten. Das sind wir dann angegangen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, berichtet Welge.

Lieferkette vom Zulieferer bis zum Kunden mit der Serviceagentur X4B analysiert

Durch die digitalisierten Prozesse konnten 70 Prozent an Wegen eingespart werden, die Produktionsgeschwindigkeit stieg um 50 Prozent, die Produktivität um 30 Prozent. In Summe ergibt das Einsparungen von 170.000 Euro. Das ist aber noch nicht alles, was sich rund um die Digitalisierung bei Howmet getan hat.

Schließlich hat sich das Unternehmen für „Optimierungen rund um die Personalwirtschaft und die Prozesse innerhalb der Lieferkette vom Zulieferer und zum Kunden“, wie Uwe Welge es nennt, externe Unterstützung ins Boot geholt – und zwar mit X4B, einer Serviceagentur für die Wirtschaft. X4B ist eine Marke des Arbeitgeberverbands Niedersachsenmetall. Die Agentur unterstützt Unternehmen mit einem breit gefächerten Seminarangebot.

Ingenieurpsychologin schult unternehmensinterne Ausbilder

„Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung ist für Unternehmen unausweichlich. Wir bieten Unterstützung in Form von Prozessbegleitung an“, sagt X4B-Geschäftsführer Christian Hentschel: „Wir analysieren mit unseren Kunden Potenziale in den Unternehmensprozessen und erarbeiten mit den Experten im Anschluss die Maßnahmen.“

Für X4B bei Howmet im Einsatz ist die Arbeits- und Ingenieurpsychologin Gudrun Stahn. Sie fungiert als Digitalisierungsbegleiterin – durch Schulung der unternehmensinternen Ausbilder und Klausurtagungen mit dem Management.

„Die Prozesse im Arbeitsablauf ändern sich. Wir beschäftigen viel mehr Ingenieure, und das führt dazu, dass das Führungsverhalten mittlerweile ein anderes ist. Hier bekommen wir Unterstützung, und X4B ist für uns zu einem ganz wichtigen Ansprechpartner geworden, von dessen Netzwerk und Expertise wir extrem profitieren“, sagt Welge.

Von Optimierung und Umstrukturierung profitieren auch die Mitarbeiter – durch Qualifikation und erweiterten beruflichen Horizont und „durch das Kennenlernen anderer Betriebe“, so Welge.

X4B: Die Experts for Business

Mit einem Experten-Netzwerk analysiert und begleitet X4B Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation.

Schlüsselqualifikationen für die Mitarbeiter zu vermitteln und Teamarbeit zu fördern, gehört ebenso zum Programm wie die Entscheidungshilfe für die richtigen Technologien.

Die Serviceagentur gehört zu NiedersachsenMetall. Link:x4b.de

Zum Artikel: AKTIV online

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